EINE ETWAS ANDERE AUSSTELLUNG


Die Künstlerin Doris Ranftl aus Lappersdorf möchte mit dieser Ausstellung, die bereits zum 11. Mal in Regensburg stattfindet, Kunst direkt zu den Menschen bringen. Die Ausstellung ist wie ein Adventskalender gestaltet und präsentiert an verschiedenen Orten ihre eigenen Werke sowie Malereien von Josef Mittlmeier, Fotografien von Olaf Unverzart, Objekte von Petra Polli und Arbeiten von Miriam Ferstl.
Am Sonntag, den 1. Dezember um 16:30 Uhr, bereichert der Bestseller-Autor Tobias Haberl die Ausstellung mit einer Lesung in der „Tourist Info“. Eine Führung durch die Ausstellung wird am Samstag, den 14. Dezember um 16:00 Uhr angeboten – Treffpunkt ist die Tourist Info beim Alten Rathaus. Die Exponate sind vom 1. Dezember bis zum 6. Januar an den jeweiligen Ausstellungsorten zu sehen.
Website der Künstlerin Doris Ranftl
GELEBTE SPUREN
Der Schrottplatz ist die verborgene Kehrseite der Wegwerfgesellschaft - ein Ort, an dem das Veraltete und Ausrangierte scheinbar spurlos verschwindet. Petra Polli greift in ihrer Serie von Metallskulpturen diesen Überfluss der Konsumgesellschaft auf und setzt sich kritisch mit dem Phänomen des Konsums auseinander. Ihre Werke erinnern an die Ästhetik der Arte Povera, Indem sie alltägliche Materialien verwendet, um in scheinbar nutzlosen Dingen Wert und Bedeutung zu entdecken und die kapitalistische Logik des Neuen infrage zu stellen.
Polli verarbeitet Fundstücke und entsorgte Objekte vom Schrottplatz, die sie in ihrer fragmentierten, verbeulten und geknickten Form belässt. In langen, sorgfältigen Sitzungen schleift und poliert sie die Oberflächen der Objekte, entfernt alte Lackschichten und bereitet sie für eine neue Beschichtung vor. Anschließend überzieht sie die Objekte mit glatter Lackierung oder ergänzt sie durch Neon-Schriftzüge. Die makellose Oberfläche verdeckt dabei bewusst die Spuren der Zeit, suggeriert neuen Wert und steht im scharfen Kontrast zur ursprünglichen Bedeutungslosigkeit der Materialien.
Durch diese Veredelung erweckt Polli die ausrangierten Teile zu neuem Leben und lenkt den Blick auf die kostbaren Rohstoffe, die in der Konsumgesellschaft oft unbedacht verschwendet werden. Ihre Arbeiten kritisieren die Vergänglichkeit und Oberflächlichkeit der Konsumkultur und betonen zugleich den Wert und die Schönheit des Materials. Wie in der Arte Povera liegt dieser Wert nicht in Seltenheit oder Neuheit, sondern in den gelebten Spuren und der tiefen Bedeutung, die die Objekte in ihrem zweiten Leben entfalten.